Über dieses Buch
In künstlerischen Darstellungen des künstlichen Menschen lässt sich oftmals beobachten, dass Maschinenmenschen poetisiert, ästhetisiert und zugleich verfremdet sind: Filmisch und literarisch entworfene Imaginationen schreiben technisch-reproduzierten Menschen Eigenschaften des Fremden zu, indem sie etwa Charakterisierungen über kulturelle Differenzen vornehmen. Zudem reflektieren sie das Sein humanoider Roboter häufig über Bezüge zur Kunst. Dieser Beitrag untersucht die Reflexion humanoider Roboter mittels Kunst und die Bedeutung ihrer Fremdzuschreibung anhand der Verfilmung Ich bin dein Mensch (2021). Der Film spielt die Optimierung des Menschen und seiner Liebe durch und lässt die Frage stellen, ob ihr Ideal in der Beziehung zum Fremden in sich selbst liegt. Die ethischen Fragestellungen nach dem (Un-)Menschlichen, die der Film mit einer (Liebes-)Beziehung zwischen Mensch und Maschine aufwirft, werden in Referenz auf Freuds Theorien zum Unbewussten und Julia Kristevas Fremde sind wir uns selbst erforscht. Interkulturelle sowie psychoanalytische Theorien werden für die Untersuchung des Bildes vom (technisch-reproduzierten) Menschen, seiner Grenzen und die Bedeutung der Kunst für den Entwurf des zukünftigen Menschen herangezogen und als interdisziplinäre Deutungsfolie humanoider Roboter zur Diskussion gestellt.

