Über dieses Buch
Der Film Titane (2021) von Julia Ducournau inszeniert die radikale Transformierbarkeit menschlicher Körper auf bildgewaltige Weise. Anhand des fiktionalen Dramas über die Suche nach Zugehörigkeit und Identität werden nicht nur Konzepte wie Familie, Geschlecht und Leiblichkeit neu verhandelt, auch die Grenze zwischen Mensch und Maschine wird maximal irritiert. Dieser Beitrag nimmt hierbei die unheimlich produktiven Impulse des filmischen Werks Ducournaus auf und rekonstruiert ausgehend von der Entwicklungsgeschichte der Figuren eine originäre Vulnerabilität und Verwiesenheit menschlicher Wesen auf einander (Sozialität), aber auch auf technische Hilfsmittel (Prothetik). Die subkutane Nähe metallischer Objekte und unerwartete Zeugungsmacht technologischer Artefakte als Grundlage der Subjektwerdungsprozesse zentraler Charaktere im Film fungieren als Ausgangspunkt, um mittels posthumanistischer und neo-materialistischer Theorien über die Genese des Menschen selbst als technologisches Produkt – ‚als Erfindung statt Erfinder‘ – nachzudenken.

