Über dieses Buch
Sleep Dealer (Alex Rivera, 2008) ist ein Science-Fiction-Drama aus Mexiko, das eine ungewohnte Perspektive auf KI präsentiert: Im Zentrum stehen mexikanische Arbeiter:innen, die durch implantierte Mensch-Computer-Schnittstellen an ein System angeschlossen werden, mit dessen Hilfe sie Arbeitsroboter in den USA fernsteuern. Während sie physisch auf mexikanischem Territorium verweilen, fließt ihre Arbeitskraft mithilfe der Technologie in die USA, wodurch die politisch unerwünschte Migration aus Lateinamerika vermieden wird. Der Beitrag liefert eine Analyse der spezifischen Mensch-Maschine-Beziehung in Sleep Dealer aus dekolonialer und kapitalismuskritischer Perspektive. Unter Rückgriff auf eine Definition kolonialer Beziehungen als hierarchisch, extraktiv und ausbeuterisch geht die Untersuchung der Frage nach, wo sich Kolonialität als Muster in der Inszenierung der Mensch-Maschine-Beziehung erkennen lässt, welche Ansätze zur Überwindung von Kolonialität im Film präsentiert werden und inwiefern Sleep Dealer als dekolonialer Beitrag zur vom Globalen Norden dominierten KI-Debatte gelesen werden kann.

