Über dieses Buch
Nach der Selbstauflösung des Österreichischen Vereines für Bibliothekswesen (ÖVB) verzichteten österreichische Bibliothekar*innen in der Ersten Republik auf einen eigenen Bibliothekars- bzw. Bibliotheksverein. Der Aufsatz behandelt den 1920 vollzogenen Eintritt der österreichischen Bibliothekar*innen in den Verein Deutscher Bibliothekare und die damit bis 1945 andauernde Anlehnung an das deutsche Bibliothekswesen. Daneben wird die Etablierung einer Fachgruppe als gewerkschaftliche Vertretung der Bibliothekare in Österreich und als Nachfolgeorganisation der ÖVB thematisiert und die hier handelnden Personen vorgestellt. Diese kleine Gruppe von ausschließlich akademisch ausgebildeten Bibliothekar*innen war als Teil der Gewerkschaft wissenschaftlicher Beamter und deren Funktionäre eingebunden in die Netzwerke und Strukturen deutschnationaler und christlichsozialer Organisationen und in den von diesen Parteien dominierten Beamtengewerkschaften. Weiters werden die Folgen der wirtschaftlichen Sparmaßnahmen und des Personalabbaues im Bibliothekswesen und der Aufstieg der Nationalbibliothek in Wien unter der Direktion von Josef Bick bis zum Jahr 1938 behandelt.

